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    18. Oktober 2026

    Titelbild: KI-generiertes Symbolbild mit fiktiven Personen; keine Aufnahme des Augsburger Seniorentags.

    Kann ich mich auch mit über 60 noch auf Künstliche Intelligenz einlassen? Beim Seniorentag 60+ der Volkshochschule Augsburg am 8. November 2025 begegnete mir diese Frage. Meine Antwort lautet: Ja. Fangen Sie mit etwas an, das Sie selbst interessiert. Lassen Sie sich eine Anwendung erklären, probieren Sie sie aus und prüfen Sie, was dabei herauskommt. Der Bericht über den Augsburger Seniorentag beschreibt den Rahmen meines Vortrags.

    Mir ging es darum, Menschen Mut zu machen und ihnen eine Grundlage für die eigene Meinungsbildung zu geben. Wer erlebt, wobei eine Technologie hilft und woran sie scheitert, kann genauer sagen, was er von ihr erwartet. Dazu braucht es verständliche Erklärungen und Gelegenheit zum Ausprobieren.

    Für mich führt diese Frage deshalb direkt zur gesellschaftlichen Teilhabe: Wie gewinnen Menschen Zugang zu neuen Technologien? Wie können sie deren Entwicklung beeinflussen? Und welche Wege bleiben denen offen, die wichtige Dinge weiterhin analog erledigen möchten?

    Offenheit lässt sich nicht am Geburtsjahr ablesen

    Ich kenne ältere Menschen, die neuen Technologien offener begegnen als viele junge Menschen. Das ist eine persönliche Erfahrung, keine Statistik über Generationen. Sie erinnert mich daran, Menschen mit ihren Interessen und Möglichkeiten wahrzunehmen.

    Wer bisher wenig Gelegenheit hatte, digitale Anwendungen kennenzulernen, braucht vielleicht mehr Zeit, eine verständliche Erklärung oder jemanden, der den ersten Versuch begleitet. Gute Vermittlung schafft diesen Raum. Sie nimmt Fragen ernst und lässt die Menschen selbst bestimmen, wofür sie eine Technologie einsetzen wollen.

    Der Blick auf andere Altersgruppen hilft, das Ziel genauer zu benennen. In meinem Beitrag über Social-Media-Regulierung für junge Menschen geht es ebenfalls um das Verhältnis von Schutz, digitaler Bildung und selbstbestimmter Teilhabe. Die Begleitung muss zum Lebensalter und zur jeweiligen Situation passen. Menschen zu einem eigenen Urteil zu befähigen, verbindet für mich beide Debatten.

    Warum ich KI mit Hundetraining erkläre

    In meinen Vorträgen zeige ich eine optische Täuschung: Ein Wellenmuster wird zum Gesicht einer jungen Frau, wenn man die Augen zusammenkneift. Auch der bekannte Vergleich „Hund oder Muffin“ lenkt den Blick darauf, wie leicht uns ähnliche Bildmuster irritieren können. Solche Beispiele helfen mir, das Thema Mustererkennung anschaulich zu machen.

    Für einen Aspekt des Lernens nutze ich außerdem einen Vergleich mit Hundetraining. Stellen wir uns einen Hund vor, nennen wir ihn Bello. Er soll lernen, sich auf ein Signal hin zu setzen. Seine Aufmerksamkeit wird auf eine Hand mit einer kleinen Belohnung gelenkt. Die Hand bewegt sich langsam über seinen Kopf. Bello folgt ihr, setzt sich und bekommt das Leckerli zusammen mit einem Lob. Das Grundprinzip dieses Trainings beschreibt auch Dogs Trust.

    Durch Wiederholung entsteht eine Verbindung zwischen Signal, Verhalten und positiver Folge. Die Handbewegung kann allmählich entfallen. Schließlich genügt das Wort „Sitz“. Bello hat einen Zusammenhang gelernt, ohne eine menschliche Erklärung der gesamten Trainingssituation nachvollziehen zu müssen.

    Für KI macht der Vergleich deutlich, wie Rückmeldung Lernen beeinflussen kann. Beim Lernen durch Verstärkung werden bestimmte Ergebnisse bewertet; das System wird im Training so angepasst, dass besser bewertete Ergebnisse wahrscheinlicher werden. Die Belohnung ist eine rechnerische Größe. Der Vergleich erklärt diesen Lernaspekt. Andere KI-Trainingsverfahren funktionieren anders, und er beschreibt auch nicht alles, was ein Hund verstehen kann.

    Entscheidend ist für mich: Ein überzeugendes Ergebnis allein beweist weder menschliches Verständnis noch eigenes Erleben. KI kann neue Texte erzeugen, bei kreativen Aufgaben helfen und bestimmte Schlussfolgerungsaufgaben lösen. Forschung zeigt beispielsweise Verbesserungen bei überprüfbaren Aufgaben wie Mathematik und Programmierung sowie Unterstützung beim Schreiben von Geschichten. DeepSeek-R1 in Nature, Doshi und Hauser über KI und kreatives Schreiben.

    Eine freundliche Formulierung belegt deshalb kein eigenes Gefühl. Und eine selbstsichere Antwort bestätigt noch nicht, dass sie richtig ist.

    Mit einem eigenen Anliegen anfangen

    Beim Augsburger Vortrag habe ich unter anderem Übersetzungsfunktionen im Handy und Unterstützung bei Recherche und Planung angesprochen. Für den Einstieg finde ich solche konkreten Aufgaben hilfreich:

    • Lassen Sie eine kurze Nachricht übersetzen und vergleichen Sie die Rückübersetzung mit Ihrem Ausgangstext.
    • Sammeln Sie Ideen für einen Ausflug. Prüfen Sie anschließend Öffnungszeiten und Verbindungen beim jeweiligen Anbieter.
    • Lassen Sie sich einen Begriff erklären und vergleichen Sie die Erklärung mit einer verlässlichen Quelle.

    Wählen Sie etwas Überschaubares, dessen Ergebnis Sie beurteilen können. So wird aus einer abstrakten Diskussion eine eigene Erfahrung: Was hilft mir? Was möchte ich anders haben? Wo stoße ich auf Grenzen?

    Wenn der erste Schritt schwerfällt, kann gemeinsames Ausprobieren helfen. Ihre Fragen geben dabei die Richtung vor. Eine erfahrene Person kann den Einstieg begleiten.

    Die wichtigste Prüffrage lautet: „Kann das sein?“

    „Kann das sein?“ ist eine einfache Frage, die ich beim Umgang mit KI immer wieder stelle.

    Sprachlich plausible, aber falsche oder erfundene Ausgaben werden häufig als KI-Halluzinationen bezeichnet. Diese Grenze bespreche ich auch im Beitrag „Blumentopf der KI“. Für den Alltag ist entscheidend: Der Tonfall einer Antwort sagt uns nicht, ob die Information stimmt. Eine überprüfbare Quelle ist deshalb hilfreicher als bloße Selbstsicherheit.

    Passt die Antwort zu dem, was ich weiß? Kann ich ihre Quelle überprüfen? Ist die Information noch aktuell? Welche Angaben muss ich bestätigen, bevor ich danach handle?

    Eine schön formulierte Reiseroute bestätigt keine Öffnungszeit und keine Zugverbindung. Eine plausible Erklärung verdient einen zweiten Blick, wenn wichtige Entscheidungen daran hängen. Lassen Sie die KI einen Vorschlag machen und prüfen Sie, was für Ihr Anliegen relevant ist.

    Ausprobieren und Skepsis passen zusammen. Gerade die eigene Erfahrung hilft, eine differenzierte Meinung zu entwickeln: Diese Anwendung möchte ich nutzen. Dieses Ergebnis überzeugt mich. An dieser Stelle brauche ich weitere Informationen oder einen anderen Weg.

    Verständliche Erklärung als Voraussetzung für Mitsprache

    Menschen sollen Technologie mitgestalten können. Deshalb fordere ich für öffentlich geförderte Technologie eine verständliche Erklärung: Wer öffentliche Mittel erhält, um Technologie zu erforschen oder zu entwickeln, soll der Öffentlichkeit auf einer Seite erklären, woran er arbeitet. Meine One-Pager-Forderung habe ich auch im Zusammenhang mit dem UN Digital Cooperation Day in New York formuliert.

    Den Vorschlag habe ich auch in einem englischsprachigen Beitrag zum Digital Cooperation Day erläutert.

    Auf diese Seite gehören die Fragen, die Menschen brauchen, um sich eine Meinung zu bilden:

    1. Welches Problem soll gelöst werden, und wem hilft das?
    2. Warum wurde diese Technologie gewählt, und welche Alternativen bestehen?
    3. Was funktioniert nachweislich, und unter welchen Bedingungen?
    4. Wo liegen Grenzen und offene Fragen?
    5. Welche Risiken gibt es, und wer trägt Verantwortung?
    6. Wie können betroffene Menschen Fragen stellen und Einfluss nehmen?

    Auch ein ehrliches „Das wissen wir noch nicht“ gehört dazu.

    Die Erklärung eröffnet das Gespräch. Beteiligung braucht erreichbare Ansprechpartner und eine nachvollziehbare Rückmeldung: Was wurde durch einen Einwand verändert? Was wurde beibehalten, und warum? Menschen müssen ihre Wünsche einbringen können, solange Entscheidungen noch beeinflussbar sind.

    Die internationale Dimension dieser Aufgabe greife ich in meiner Einordnung zum wissenschaftlichen KI-Panel der Vereinten Nationen auf. Dort stehen gemeinsame Wissensgrundlagen und der gesellschaftliche Umgang mit Chancen, Risiken und offenen Fragen der KI im Mittelpunkt. Meine Forderung nach der verständlichen Ein-Seiten-Erklärung ist dabei mein eigener Vorschlag.

    Das gehört für mich zu einem partizipativen Technologiedialog und zu Robotic & AI Governance. Auch meine Analyse von Zuckerbergs KI-Vision führt zu dieser Frage: Wie verbinden wir persönliche Möglichkeiten mit öffentlicher Verantwortung?

    Gesellschaftliche Teilhabe braucht auch analoge Wege

    Ich möchte Menschen ermutigen, digitale Technologien auszuprobieren. Zugleich fordere ich ein Recht auf analoge gesellschaftliche Teilhabe. Wer ein Smartphone nicht nutzen kann oder möchte, muss Zugang zu wichtigen Informationen, Leistungen und Angeboten behalten.

    Wenn ein Termin nur noch über eine App vereinbart werden kann oder wichtige Informationen ausschließlich hinter einem QR-Code liegen, stellt sich eine konkrete Frage: Wie erreichen diejenigen das Angebot, die diesen Weg nicht nutzen können?

    Digitale Angebote können Zugänge erweitern. Eine gute Gestaltung berücksichtigt ebenso persönliche Gespräche, verständliche Informationen und erreichbare analoge Wege. Die Entscheidung über ein bestimmtes Gerät darf für mich nicht darüber bestimmen, ob jemand am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.

    Meine Botschaft aus Augsburg bleibt: Probieren Sie die Technologie aus, prüfen Sie ihre Ergebnisse und bilden Sie sich eine eigene Meinung. Bringen Sie diese Meinung ein. Die Gestaltung unserer technischen Zukunft betrifft uns in jedem Lebensalter.

    Bereits im Oktober 2024 habe ich das Thema in einem eigenen Videobeitrag über KI und Digitalisierung mit über 60 aufgegriffen.

    Häufige Fragen zu KI mit über 60

    Kann ich auch mit über 60 anfangen, KI zu nutzen?

    Ja. Wählen Sie eine überschaubare Aufgabe, deren Ergebnis Sie selbst beurteilen können. Eine verständliche Erklärung und individuelle Unterstützung erleichtern den Einstieg.

    Womit lässt sich KI im Alltag sinnvoll ausprobieren?

    Ein erster Versuch kann eine kurze Übersetzung, eine Erklärung oder eine Sammlung von Ideen für einen Ausflug sein. Prüfen Sie das Ergebnis; bei Plänen etwa Öffnungszeiten und Verbindungen anhand der Angaben der Anbieter.

    Kann ich den Antworten einer KI vertrauen?

    Eine selbstsichere Formulierung genügt dafür nicht. Prüfen Sie wichtige Aussagen auf Plausibilität, Quelle und Aktualität. Für eine Entscheidung zählt, ob die relevante Information belastbar ist.

    Was erklärt die Hundetrainingsmetapher über KI?

    Sie verdeutlicht einen Lernaspekt: Signal, Verhalten und Rückmeldung werden miteinander verknüpft. Sie beschreibt keine vollständige Theorie aller KI-Verfahren. Gute Leistungen allein beweisen kein menschliches Verständnis oder eigenes Erleben.

    Was bedeutet partizipativer Technologiedialog?

    Menschen sollen Technologie verständlich erklärt bekommen und frühzeitig Einfluss auf ihre Gestaltung nehmen können. Dazu gehört eine nachvollziehbare Rückmeldung darüber, was ihre Fragen und Einwände bewirkt haben.

    Warum ist analoge Teilhabe bei mehr digitalen Angeboten wichtig?

    Weil gesellschaftliche Teilnahme nicht von der Nutzung eines bestimmten Geräts abhängen sollte. Mein politisches Anliegen ist, digitale Möglichkeiten zu erweitern und zugleich erreichbare analoge Zugänge zu erhalten.

    Auftritte & Termine

    Nächste Auftritte

    Keynote für die Allianz
    8. OKTOBER 2026
    UNIDO AIM Global Action Forum 2026
    KI für Industrie & nachhaltige Entwicklung
    25.–26. NOVEMBER 2026
    WIEN · VIENNA INTERNATIONAL CENTRE (VIC)
    BEGINN: 25.11., 09:00 UHR (MEZ)

    Zuletzt auf der Bühne

    Keynote bei Modus Consult
    1. OKTOBER 2026
    GÜTERSLOH
    UN Digital Cooperation Day
    21. SEPTEMBER 2026
    NEW YORK

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    Mein Ansatz „Innovating for Impact“ hat bereits Zehntausende auf der ganzen Welt motiviert und ermutigt, Veränderungen anzunehmen und vorauszudenken. Gerne komme ich auch zu Ihrer nächsten Veranstaltung , um Ihr Publikum zu inspirieren, sich intensiver mit der Zukunft, neuen Technologien und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinanderzusetzen!
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